Das Projekt
Museen leben davon, dass Menschen sie besuchen, um Ausstellungen und Exponate zu erleben. Doch wie kommt das Museum zu den Menschen, wenn es temporär geschlossen ist? Die sanierungsbedingte Schließung des Historischen Museums in Hannover hinterlässt eine Lücke, die unter dem Motto „Geschichte unterwegs“ durch mobile Ausstellungen, urbane Interventionen an ungewöhnlichen Orten und digitale Angebote geschlossen werden soll. anschlaege.de wurde damit beauftragt, gemeinsam mit dem Team des HMH eine Kommunikationsstrategie für die Zeit „unterwegs“ zu entwickeln und den Interimsstandort zu gestalten.

Unser Haus hat mit „Geschichte unterwegs“ die ideale Identität für die Zeit bis zur Wiedereröffnung erhalten.
Anne Gemeinhardt, Direktorin
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Design
Statt eines leeren Hauses erwartet die Hannoveraner:innen „Geschichte unterwegs“. Das Logo zeigt fliegende Blätter, die dem Wind des Wandels folgen. Historische Eintrittskarten der Stadt dienten uns als Inspiration für die Gestaltungselemente aus verschiedenfarbigen Strukturen. Die Typografie bietet eine Vielzahl an Schnitten, Stilen und Alternativen für die vielfältigen Anwendungsgebiete in Druck, digital oder im Raum.
Mobil unterwegs
Für die partizipative Einbindung der Stadtgesellschaft beim Innenstadtdialog entwickelten wir ein modulares Ausstellungsmodul. Bürger:innen der Stadt wurden dazu eingeladen, ihre Haltung zur Transformation der Innenstadt zu teilen. Das Ergebnis des Formats: die visionäre Entscheidung des Bürgermeisters für eine (fast) autofreie Innenstadt.
Umfeld
Da temporäre Schließungen viele Museen in Deutschland betreffen, veranstaltete das HMH eine Konferenz zum Thema. Wir konnten dabei unsere Erfahrungen zu diesem Thema in zwei Workshops zu den Themen „Arbeit ohne Objekte“ und „Andere Organisation – Neue Chancen“ zugänglich machen.
Das Interesse, die eigenen Strukturen und Hierarchien auf den Prüfstand zu stellen, war überraschend groß.
Marie Breinl, Projektmanagement

Herausforderung
Das Historische Museum Hannover beschäftigt sich mit identitätsstiftenden Themen der Stadt. Für die umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes wurde das Haus geschlossen. Doch Geschichte wird weitergeschrieben, und das Museum soll während der Schließzeit weder aus dem Leben der Menschen in Hannover noch aus dem Stadtbild verschwinden. Zumindest ein Teil der Exponate soll mithilfe von mobilen Ausstellungen einen Weg in die Öffentlichkeit finden. Bis zur Wiedereröffnung sollte ein leerstehendes Ladenlokal in der hannoverschen Innenstadt zu neuem Leben erweckt und zu einem festen Ort für Partizipation und Präsentation werden.

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Idee
Mit dem „Hannover Kiosk“ bleibt das Museum auch während der Schließungszeit eine feste Anlaufstelle für die Stadtgesellschaft. Der Standort, in unmittelbarer Nähe des alten Geländes, wird zum Nukleus für partizipative Formate und kleine Ausstellungen. Er soll ein Ort des Austauschs über die Geschichte und Identität der Stadt sein. Das Corporate Design von „Geschichte unterwegs“ macht den Hannover Kiosk schon von weitem sichtbar. Die Vitrinen sind modular aufgebaut und erinnern eher an einen Pop-up-Store als an ein klassisches Museum. Für Veranstaltungen lassen sich die Module einfach zur Seite schieben, um Platz für das Publikum zu schaffen. Geschichte wird hier nicht frontal vermittelt, sondern kann wie in einem Kiosk in kleinen Häppchen als Goodie Bag genossen werden.

Umsetzung
Das Gestaltungsprinzip ist von Überlagerungen geprägt: Originale über Fotos, Texte über Bilder. Wie im richtigen Leben folgen auch hier stetige Ergänzungen. Die Öffentlichkeit ist dazu eingeladen, gemeinsam mit dem Team am Museum der Zukunft zu arbeiten und mitzuentscheiden, welche Objekte und Themen sie in naher Zukunft im Museum sehen möchten. In ausgewählten Vitrinen befinden sich Exponate zum Anfassen.




















