Wie weckt man Lust auf Transformation?
Leerstehende Erdgeschossflächen, wenig Publikumsverkehr, eintönige Einkaufsmöglichkeiten – wie in vielen anderen deutschen Städten haben Einkaufszentren an den Stadträndern, Onlinehandel, Pandemie und Inflation die Bremer Innenstadt zwischen dem Naherholungsgebiet Wallanlagen und der Weser drastisch verändert.
Im Auftrag der Stadt Bremen koordiniert das Projektbüro Innenstadt Maßnahmen zur Transformation der Bremer Innenstadt zwischen Wallanlagen und Weserufer. Gemeinsam mit dessen Team und einer Allianz aus städtischen Partnern entwickelten wir eine Kommunikationsstrategie, die Bremer:innen Lust und Mut auf Veränderung macht und sichtbar werden lässt: Nicht alles ist schlecht, vieles wird schon umgesetzt, umso mehr ist in Planung für eine Bremer Innenstadt, die für alle etwas bereithält.


Herausforderung
In der Kommunikation der Bremer Innenstadt kollidieren soziale, wirtschaftliche und ökologische Themen, die in unterschiedlicher Gewichtung im Fokus verschiedener Akteur:innen liegen. Bisher wurde Kommunikation vorrangig aus der Perspektive von Förderprogrammen gedacht. Eine übergreifende Kommunikation fand nicht statt.
Die Bürgerinnen und Bürger sehen die Zukunft der Innenstadt mit großer Sorge. Sie erinnern sich an ein belebteres Zentrum, familiengeführte Geschäfte und gepflegte Gassen wo heute Monokonsum, Leerstand und Taubendreck ein wenig attraktives Stadtbild abgeben.
Veränderung scheint in weiter ferne. Eigentümer:innen bevorzugen Leerstand, statt bei der Miete für ihre Ladenflächen auf junge Unternehmer:innen zuzugehen.
Der Markenname hat einen starken emotionalen Wert – passend zu den Herausforderungen unserer Aufgabe.
Carl Zillich, Geschäftsführer
Idee
Alle Themen der Innenstadtkommunikation bündeln sich im Ziel der Transformation. Um dieser Komplexität ein einfaches, anschlussfähiges Gesicht zu geben, haben wir eine Dachmarke für die Innenstadtkommunikation entwickelt. Die Marke binnenstadt kommuniziert diese an die Zielgruppen.
„Buten un binnen, wagen un winnen“ – das Motto der Bremer Kaufleute, das wie die Bremer Stadtmusikanten, Werder Bremen oder der Dom die Identität der Stadt prägt – war Ausgangspunkt für die Entwicklung der Untermarke binnenstadt. Der Untertitel „Stadt für alle von Wall bis Weser“ grenzt die Ziele Vielfalt, Aufenthaltsqualität und Flächengerechtigkeit auf den Bereich im Herzen der Stadt ein.
Umsetzung
Um die Herausforderungen des Wandels zu meistern, sind Mut und Lust der Bürger:innen essentiell. Beides ist schwer zu beschwören und konkrete Veränderungen erfordern Ideen und Geld. Das Projektbüro Bremer Innenstadt vernetzt daher Eigentümer:innen, Wirtschaftsförderung und Immobilienwirtschaft mit dem Ziel eine neue Nutzungsvielfalt zu erreichen. Ein Mix macht die Struktur der Innenstadt resilienter. Der öffentliche Raum erhält mehr Lebensqualität. Große Immobilien und leerstehende Erdgeschossflächen werden mit Bildung, Einzelhandel und Gastronomie neues Leben eingehaucht. Kreative Unternehmer:innen, die sogenannten „Stadtmacher:innen“, und Eigentümer:innen kollaborieren mit der Stadt und entwickeln neue Konzepte, die die Innenstadt auch nach Feierabend nutzbar machen. Straßen werden klimafreundlich umgebaut.
Design
Das Farbschema orientiert sich an den Themen Klimaanpassung und Transformation. Grüne und blaue Flächen entfalten in Kombination mit Schwarz eine elegante, seriöse und urbane Ausstrahlung. Die Typografie bietet eine robuste Struktur mit leicht verspielten alternativen Zeichen, die in geeigneten Anwendungen für Leichtigkeit sorgen. Als Hausschrift haben wir Labil Grotesk ausgewählt, die sowohl standfest, als auch spielerisch erscheinen kann.
Kampagne
Bei der Gestaltung der Kampagne war es unser Ziel, die Kraft der einzelnen Akteure mit lokalen Orten zu verbinden, die der Transformation unterliegen. Fotomontagen von bekannten und weniger bekannten Orten der Bremer Innenstadt bilden eine visuelle Verbindung mit illustrierten Figuren. Hierfür wurden Architekturfotografien von Christian Burmester mit Figurenentwürfen von Viktoria Cichón kombiniert. Die „Transformers“ stehen für die neue Nutzungsvielfalt im Transformationsprozess und können hier Eigentümer:in, dort Bürger:in oder Unternehmer:in sein.

Digital
Die komplexe Website ist der Dreh- und Angelpunkt von Strategie, Design und Kampagne. Eine Social-Media-Strategie pusht Kampagnen und sorgt für kontinuierlichen Traffic auf der Seite. Die Nutzer:innen werden mithilfe von Scrollytelling zum Thema Transformation abgeholt: Was bedeutet ständiger Wandel für einen Ort, den alle kennen – den Domshof, Marktplatz und größte Freifläche der Stadt?
Das Scrollytelling leitet zu den drei Hauptthemen „Stadt für alle“, „Öffentlicher Raum“ und „Neue Vielfalt“ über. Auf einer interaktiven Karte und einer Zeitleiste werden die Projekte übersichtlich verortet. Über den Newsletter und Social-Media-Aktivitäten werden aktuelle Informationen zu neuen Entwicklungen kommuniziert. Reel-Formate mit Straßeninterviews, Geschichten zu Standorten und Erklärvideos dienen der crossmedialen Kommunikation.






In unserer Arbeit mit verschiedenen Kommunen hat uns die Arbeit mit Bremen besonders herausgefordert, umso besser wurde das Ergebnis.
Rik Watkinson
Art Direktion und Managing Partner anschlaege.de

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