Wie macht man aus 42.000 Akten eine Geschichte?
Das Regime der Nationalsozialist:innen war sehr sorgfältig darin, ihre eigenen Taten zu dokumentieren. Das Brandenburgische Landeshauptarchiv hat 42.000 Akten der Finanzverwaltung Berlin-Brandenburg digitalisiert und die Provenienz von zahlreichen enteigneten Kunstgegenständen aus dem Besitz von enteigneten, deportierten und ermordeten Berliner Jüdinnen und Juden erforscht. anschlaege hat in Zusammenarbeit dem dem Forschungsteam die Ergebnisse anhand von sechs exemplarischen Fällen in einer Online-Ausstellung nacherzählt und international zugänglich gemacht.


Umfeld
Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv landen Unterlagen von rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher, sozialer oder kultureller Bedeutung für die Erforschung und das Verständnis von Geschichte und Gegenwart des Landes.
Die rund 42.000 Akten des Bestandes Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg dokumentieren die systematische Verwertung des Vermögens von als jüdisch oder „reichsfeindlich“ verfolgten Personen. In der ersten Projektphase wurden die Akten über ein eigens entwickeltes System von dem Projektteam aus Provenienzforscher:innen restauriert und digitalisiert. Der digitalisierte Bestand ist online frei verfügbar.

Herausforderung
Um das Thema trotz der umfangreichen Aktenlage plastisch erfahrbar zu machen, beauftragte uns das BLHA mit der Konzeption eines interaktiven Storytellings. Dazu recherchierten die Forscher:innen sechs Biografien, die der systematischen Enteignung der Nazis zum Opfer fielen.
Zentrale Objekte der Recherchen sind die digitalisierten Akten. Um die Geschichten der Menschen auch fachfernem Publikum zugänglich zu machen, braucht es einen Erzählmix aus verschiedenen Formaten.
Die Onlineausstellung übersetzt unsere Ergebnisse in eine zugängliche Form und rückt zugleich die Biografien der Menschen in den Mittelpunkt.
Johanna Stauber, Provenienzforschung

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Design
Digitalisierte Akten aus Archivbeständen zeigen zwei Auffäligkeiten: 1. Sie zeigen in kleinen Dimensionen wenig Unterschiede. 2. Die einzige Information, die sie unterscheidet ist mit der Hand geschrieben oder mit Schreibmaschine gedruckt.
Wir haben ein klares Farbsystem mit modernen und zeitgenössischen Farben mit einer Neuinterpretation einer zeitgenössischen Grotesk- und Schreibmaschinenschrift kombiniert. Akten stehen elegant mit ausreichend Schutzraum. Ein Klick öffnet die Lightbox, die die Akten in Hi-Res untersuchen lässt.

Umsetzung
Auf Basis eines Scrollytelling-Formats konzipierten wir die Erzählstränge einer Einführung in den Gesamtkontext, das System der Nazis, die Biografien der Menschen, das Netzwerk der Profiteure sowie die „Wiedergutmachung“ nach dem Kriegsende. Eine Karte, das Glossar und die Timeline ergänzen die Dokumentation als stets anwählbare Orientierungspunkte.
Alle Inhate sind responsiv auf allen Screengrößen nutzbar.

UX/UI Design
Um ein angenehmes Nutzungsverhalten zu ermöglichen, haben wir Kernfunktionen mit Mikrointeraktionen versehen.
Die prominentesten Inhalte, die Akten selbst, können über eine Lightbox hochaufgelöst erkundet werden.


In digitalen Vermittlungsprojekten treffen verschiedenste Kompetenzen aufeinander. Hier haben alle gemeinsam auf ein Ziel zugearbeitet.
Marie Breinl
Projektmanagerin anschlaege.de

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